Marokkanische Außenpolitik

Parlament in Rabat Bild vergrößern Parlament in Rabat (© Deutsche Botschaft Rabat)

Grundlinien der Außenpolitik:

Die marokkanische Außenpolitik ist geprägt von der Pflege und dem Ausbau bestehender Beziehungen (Golf Staaten, frankophones Westafrika, EU als Institution und bilateral mit Mitgliedstaaten, USA – vor allem in sicherheitspolitischen Fragen, Washington-Besuch von König Mohamed VI im November 2013), regionalem Engagement (Arabische Liga, Syrien, Mali/Sahel) und neuerdings einem verstärkten Ausgreifen nach Lateinamerika/Karibik. Am letzten EU-Lateinamerika-Gipfel 2012 in Spanien hat das Königreich als Beobachter teilgenommen. König Mohamed VI. hat 2012 und 2013 mehrere Golfstaaten sowie Senegal, Côte d‘Ivoire und Gabun besucht. Politische Motive (politische Stabilität in Nah- und Mittelost sowie im Sahel/Mali) und wirtschaftliche Interessen (Investitionen der Golfmonarchien in Marokko, Stärkung der marokkanischen Wirtschaft in Subsahara-Afrika) fließen ineinander.

Gestiegen ist das außenpolitische Gewicht Marokkos durch die nichtständige Mitgliedschaft im VN-Sicherheitsrat 2012/13, wo Marokko als Sachwalter arabischer und afrikanischer Interessen auftrat. Im VN-Kontext, den Friends of Syria und innerhalb der Arabischen Liga bringt sich Marokko bei Lösungsansätzen für die Syrienkrise konstruktiv ein. Mit einem Feldlazarett und Ärzten in jordanischen Flüchtlingslagern ist das Land auch humanitär engagiert. Seit Herbst 2012 bekleidet Marokko die Vizepräsidentschaft bei den Blockfreien, wo es einen ausgleichenden Kurs verfolgt. Unter Ausklammerung des Westsahara-Konflikts ist Marokko an besseren Beziehungen mit dem Nachbarland Algerien interessiert. Verbunden ist hiermit das Ziel, die seit bald 20 Jahren geschlossenen Landesgrenzen wieder zu öffnen.

Beziehungen zur Europäischen Union:

Der Besuch von Kommissionspräsident Barroso im Frühjahr 2013 war eine wichtige Etappe in Richtung einer weiteren Annäherung Marokkos an die EU. Mit dem „statut avancé“ besitzt Marokko seit 2008 eine herausgehobene Partnerschaftsplattform, von der Europäischen Nachbarschaftspolitik profitiert es auch finanziell. Im Luftverkehr haben Marokko und die EU ein „open skies“ Abkommen geschlossen Auch weitere Felder sind auf gutem Weg (neuer Aktionsplan 2013-17, Mobilitätspartnerschaft, Abkommen über Handels- und Dienstleistungsfreiheit - soll das bestehende Assoziierungsabkommen ersetzen). Ein Freihandelsabkommen für landwirtschaftliche Produkte ist seit 2012 in Kraft. In der euromediterranen Zusammenarbeit (Union für das Mittelmeer) arbeitet Marokko aktiv mit. 

Flaggenmännchen Bild vergrößern (© EU)

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