Eheschließung in Marokko

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Eine Eheschließung in Marokko ist nur möglich, wenn ein Verlobter marokkanischer Staatsangehöriger ist. Verbindliche Auskünfte zum marokkanischen Recht können nur die zuständigen marokkanischen Behörden erteilen. Dies sind in Fragen hinsichtlich der Eheschließung insbesondere die Adoulen (Notariatsschreiber nach islamischem Recht) und der Generalstaatsanwalt des Königs („Procureur Général du Roi“).


Die marokkanischen Behörden verlangen von deutschen Staatsangehörigen für die Eheschließung eine Ehefähigkeitsbescheinigung, ausgestellt von der Deutschen Botschaft bzw. den Honorarkonsuln in Agadir oder Casablanca. Dazu ist ein deutsches Ehefähigkeitszeugnis vorzulegen, das wiederum der für den Wohnsitz des deutschen Verlobten zuständige Standesbeamte ausstellt. Erkundigen Sie sich bitte direkt beim deutschen Heimatstandesamt über das weitere Verfahren.


Zusätzlich zu dieser Bescheinigung der Botschaft über die Ehefähigkeit (Gebühr: 25,-- Euro = ca. 280,-- MAD) benötigen Sie noch eine gesonderte Bescheinigung über die deutsche Staatsangehörigkeit (Gebühr: 25,-- Euro = ca. 280,-- MAD) auf der Grundlage Ihres deutschen Reisepasses, den Sie dazu mit einer Fotokopie vorlegen müssen. 

Diese Bescheinigungen sind anschließend durch das Marokkanische Aussenministerium in Rabat bzw. durch seine Aussenstelle in Agadir zu legalisieren.


Im allgemeinen ist das weitere Verfahren wie folgt:

Die Genehmigung zur Eheschließung wird beantragt beim Generalstaatsanwalt (Procureur Général du Roi), bei dem für den Wohnsitz des Verlobten zuständigen Cour d'Appel.

Der deutsche Verlobte muß dazu in der Regel folgende Unterlagen vorlegen:

  • Fotokopie des deutschen Reisepasses und des deutschen Personalausweises
  • 4 Passfotos
  • Geburtsurkunde
  • deutsches Führungszeugnis
  • Meldebescheinigung
  • Auszug aus dem marokkanischen Strafregister, ausgestellt durch das Marokkanische Justizministerium in Rabat
  • Ehefähigkeitsbescheinigung der Deutschen Botschaft bzw. Honorarkonsul legalisiert durch das Aussenministerium
  • Staatsangehörigkeitsbescheinigung der Deutschen Botschaft bzw. Honorarkonsul legalisiert durch das Aussenministerium
  • bei geschiedenen Verlobten: das deutsche Scheidungsurteil legalisiert von der marokkanischen Auslandsvertretung in Deutschland
  • für männliche Verlobte: Urkunde über die Konvertierung zum Islam
  • für weibliche Verlobte: Nachweis der Zugehörigkeit zu einer Buchreligion (z.B. deutsche Meldebescheinigung mit Angabe der Religionszugehörigkeit)
  • Arbeits- und Gehaltsbescheinigung
  • ärztliche Bescheinigung, daß die Verlobten frei von ansteckenden Krankheiten sind

Alle Urkunden, die nicht in französischer oder arabischer Sprache abgefaßt sind, müssen ins Arabische übersetzt werden. Auch die marokkanischen Behörden verlangen die vorgelegten deutschen Urkunden in legalisierter Form. Informationen über das Verfahren erhalten Sie bei der Botschaft bzw. den Generalkonsulaten des Königreichs Marokko in Deutschland. Da die oben genannten Unterlagen später auch den Adoulen vorgelegt werden müssen, empfiehlt es sich, ausreichende Kopien zu fertigen.

Hinweise zur Eheschließung nach marokkanischem Recht:

  • ist der deutsche Verlobte nicht Moslem, muß er vor der Heirat mit einer Marokkanerin zum Islam konvertieren
  • die Braut hat Anspruch auf die Morgengabe (Sadaq) des Bräutigams. Deren Höhe und Zahlungsmodalitäten werden in der
    Heiratsurkunde festgehalten
  • bei der Heirat muss ein beliebiger männlicher christlicher Trauzeuge sein Einverständnis für die deutsche Verlobte erklären. Diese Einverständniserklärung hat jedoch rein formellen Charakter.

Eine nach marokkanischem Recht wirksam geschlossene Ehe ist auch in der Bundesrepublik Deutschland gültig. Im allgemeinen verlangen die deutsche Behörden aus Rechtssicherheit die Legalisation der Heiratsurkunde. Die Einzelheiten zur Legalisation von marokkanischen Urkunden entnehmen Sie bitte dem Informationsblatt zur Legalisation marokkanischer öffentlicher Urkunden. Die Erledigung der Formalitäten der Eheschließung ist mit einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Auch ein mehrwöchiger Urlaub wird nur dann ausreichen, wenn der deutsche Verlobte bereits alle erforderlichen Papiere - insbesondere Ehefähigkeits- und Führungszeugnis - mit sich führt.


Die Eheschließung mit einem deutschen Staatsangehörigen führt nicht automatisch zu einem Aufenthaltsrecht in der Bundesrepublik Deutschland. Ebensowenig begründet sie einen Anspruch auf die deutsche Staatsangehörigkeit. Zu den Visabestimmungen und zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit gibt es gesonderte Informationsblätter.