Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen

Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Marokko und Deutschland gehen weit ins 19. Jahrhundert zurück. Bereits 1605 besuchten deutsche Kaufleute das Scherifische Reich. 1802 schloß die Hansestadt Hamburg mit Marroko ein erstes Handelsabkommen und 1890 wurde der erste Handelsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und Marokko besiegelt.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stagnierten die bilaterlane Handelsbeziehungen auf niedrigem Niveau. Seit der Unabhängigkeit Marokkos jedoch hat Deutschland seine Stellung als einer der wichtigsten Wirtschaftspartner des Königreichs wiedergewonnen.

In der Rangfolge der Handelspartner Deutschlands belegte Marokko 2008 bei den Einfuhren Rang 70 und bei den Ausfuhren Rang 58. Als Handelspartner Marokkos liegt Deutschland auf dem 8. Rang. Die Exporte nach Marokko stiegen 2008 von 1,28 Mrd. € auf 1,48 Mrd. € (+15,5 %), die marokkanischen Exporte nach Deutschland betrugen 2008 533 Mio € nach 501 Mio. € im Vorjahr ( 6,4 %). Damit ist der deutsche Handelsbilanzüberschuss gegenüber MAR 2008 von 780 Mio. € auf 946 Mio. € angestiegen.

Diese Daten beschreiben jedoch nur einen Teil der Wirklichkeit der deutsch-marokkanischen Wirtschaftsbeziehungen: Eine Reihe von deutschen Unternehmen sind im marokkanischen Markt nur über Filialen in Frankreich und Spanien präsent, und deren Aktivitäten fließen in die jeweiligen bilateralen Statistiken mit diesen Ländern ein.

Am 12.4.2008 ist das deutsch-marokkanischen Investitionsförderungs- und -schutzabkommen vom 6.8.2001 in Kraft getreten. Im November 2008 wurden Verhandlungen zwischen Deutschland und Marokko über eine Novellierung des bilateralen Doppelbesteuerungsabkommens vom 7.6.1972 aufgenommen.

Deutsche Produkte besitzen in Marokko ein ausgezeichnetes Image. Einige große deutsche Unternehmen sind in MAR seit langem erfolgreich präsent (Siemens, Bayer, BASF, Beiersdorf, LH, TUI). Es fehlt aber nach wie vor an einem Netzwerk deutscher mittelständischer Unternehmen mit Interesse an und Präsenz in Marokko. Informationsdefizite, aber vor allem ein schwieriges Marktumfeld sind als Gründe zu nennen.

Deutsche Firmen beteiligen sich nur wenig an öffentlichen Ausschreibungen. Marokko ist noch nicht hinreichend im Fokus deutscher Unternehmen. 2008 haben jedoch drei offizielle deutsche Wirtschaftsdelegationen Marokko besucht, davon eine im Zusammenhang mit dem Besuch des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie Glos in casablanca und Rabat im April 2008 anlässlich des 10jährigen Bestehens der Deutschen Industrie- und Handelskammer, sowie zwei weitere kleinere Delegationen (organisiert von Ghorfa und dem Afrikaverein der Deutschen Wirtschaft) mit Vertretern vorwiegend klein- und mittelständischer Unternehmen.

Wichtigste deutsche Exportgüter nach Marokko sind PKW, LKW, Maschinen und elektrotechnische Erzeugnisse. Aus Marokko bezog Deutschland hauptsächlich, jedoch mit rückläufiger Tendenz, Textilien, Schuhe und Nahrungsmittel.

Sind deutsche Unternehmen bislang vor allem im Bereich Lohnverdelung tätig, so bieten sich jetzt neue Chancen in den Bereichen Infrastruktur (Straße, Schienen, Häfen und deren Verknüpfung), Energie (Erneuerbare Energien, Energietransport, Energieeinsparung, Gaskraftwerke) und hochwertige Bauausstattung. Die marokkanische Regierung entwickelt im Auftrag des Königs insbesondere den lange vernachlässigten Norden und Osten des Landes entlang der 500km langen Mittelmeerküste (Hafenausbau, Straßen- und Eisenbahnbau, Tourismusanlagen, Technologieparks).

Gemischte Wirtschaftskommission mit Marokko - ein neues Kapitel in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen

StS Pfaffenbach, MAR Außenhandelsminister Chami, MAR Außenminister Fassi Fihri

Der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Dr. Bernd Pfaffenbach, hat am 8.2.2011 in Rabat gemeinsam mit dem marokkanischen Industrieminister, Ahmed Reda Chami, eine Absic...

Entwicklungszusammenarbeit

Nachstehend finden Sie die wichtigsten Informationen über die deutsch-marokkanische Entwicklungszusammenarbeit. Für weitergehende Details steht Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Referats ...