Die Akteure des Systems der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nimmt im wesentlichen folgende Aufgaben wahr:
- es legt die Grundsätze der Entwicklungspolitik fest und vertritt diese Politik gegenüber dem Parlament und den parlamentarischen Ausschüssen wie auch in der Bundesregierung,
- es finanziert und koordiniert die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen.
Das BMZ führt die Projekte und Programme der Entwicklungszusammenarbeit nicht selbst durch, sondern übergibt diese Aufgabe sowohl an Regierungs-, als auch an Nicht -Regierungsorganisationen.
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
Im Rahmen der Technischen Zusammenarbeit unterstützt die GIZ Partnerländer, Institutionen und lokale Organisationen bei der Umsetzung ihrer eigenen Projekte und Programme.Alle Dienstleistungen der GIZ sind darauf ausgerichtet,
- die Lebensbedingungen der Bevölkerungen in den Partnerländern zu verbessern und ihre natürlichen Existenzgrundlagen zu stabilisieren;
- die Leistungsfähigkeit der Individuen und ihrer Organisation zu erhöhen, durchÜbertragung oder Mobilisierung von Kenntnissen und Methoden oder durch die Verbesserung der Bedingungen ihrer Anwendung.
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) (Finanzielle Zusammenarbeit)
Die KfW ist eine Bank, die Aufgaben und Funktionen im Rahmen der Wirtschaftspolitik übernimmt. Auf der einen Seite fördert sie die deutsche Wirtschaft durch die Vergabe von Krediten. Auf der anderen Seite vergibt sie seit den sechziger Jahren im Namen und auf Rechnung der deutschen Bundesregierung Kredite und Zuschüsse im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern.
Politische Stiftungen
Die deutschen politischen Stiftungen stellen ein spezielles Element der deutschen Zivilgesellschaft dar. Ihre Aufgabe besteht darin, die politische Bildung, die Demokratie und den Rechtssaat sowohl in Deutschland als im Ausland zu fördern. In Deutschland existieren zur Zeit fünf große Stiftungen, die den wichtigsten politischen Parteien nahestehen, jedoch nicht minder weniger unabhängige Institutionen sind. Mit ihren Zentren in Deutschland und ihren weltweiten Auslandsbüros arbeiten die politischen Stiftungen in Marokko mit Kreisen aus Politik und Wirtschaft, dem öffentlichen Dienst und der Zivilgesellschaft zusammen. Ihre Aktivitäten sind mehr auf intellektuellem Niveau angesiedelt. So organisieren sie Austausche und Diskussionen zwischen Marokko und Deutschland oder zwischen dem Maghreb und Europa.
- Friedrich-Ebert-Stiftung
Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) ist die älteste Stiftung Deutschlands. Ihre Aktivitäten in Marokko orientieren sich an die Zivilgesellschaft und die Wirtschaftsentwicklung. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern bietet sie Seminare und Konferenzen an, unterstützt Wissenschaftler, Jungunternehmer, Frauenvereinigungen und Menschenrechtsorganisationen.
- Konrad-Adenauer-Stiftung
Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) fördert die Entwicklung des Geisteswissenschaften, insbesondere der Literatur- und Sozialwissenschaften. Zahlreiche Symposien tragen dazu bei, einen weltweit wissenschaftlichen und multidisziplinären Dialog aufzubauen. Die KAS unterstützt ebenfalls junge Wissenschaftler und trägt zur Durchführung von Publikationen bei.
- Friedrich-Naumann-Stiftung
Die Friedrich-Naumann-Stiftung (FNS) besteht seit 1968 in Marokko und gehört zu den ersten Stiftungen, die sich dort niedergelassen haben. Die FNS interessiert sich vor allem für die Entfaltung der individuellen Freiheit und Eigenverantwortung. Sie ünterstützt zu diesem Zweck die Wirtschaft sowie die Ausbildung von Journalisten.
- Hanns-Seidel-Stiftung
Die Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) www.hssma.org besteht seit 1987 in Rabat. Sie arbeitet mit nichtstaatlichen Organisationen, Universitäten, dem Ministerium des Innern sowie mit den Verwaltungshochschulen zusammen. Ihr Ziel ist die Errichtung eines Rechtsstaats und die Verwaltungsreform zu ermöglichen.
Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG)
Die bundeseigene DEG fördert den privaten Sektor durch Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft in den Entwicklungsländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sowie in den Reformländern Mittel- und Osteuropas. In Marokko vertreten ist die DEG durch das Public Private Partnership - Programm (PPP), das investitionsbegleitende oder -vorbereitende Maßnahmen mit einer nachhaltig positiven Wirkung im jeweiligen Entwicklungsland mitfinanziert.
InWent
InWent ist eine Organisation für internationale Personalentwicklung, Weiterbildung und Dialog, hervorgegangen aus dem Zusammenschluß von der Carl Duisberg Gesellschaft (CDG) und der Deutschen Stiftung für Internationale Entwicklung (DSE). Von InWent angeboten wird eine breite Palette an Programmen zur Aus- und Fortbildung von Fach- und Führungskräften aus Kooperationsländern, darunter Kurzzeit-Trainingskurse und Langzeit - Fortbildungsprogramme. Nähere Informationen können bei der Deutschen Botschaft erfragt oder auf der Internetseite von InWent (www.inwent.org) eingesehen werden.
Senior Experten Service (SES)
Der SES ist der ehrenamtliche Dienst der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit und ermöglicht es, die fachliche Erfahrung von Menschen, die aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden sind, in den Dienst der Entwicklung in Partnerländern zu stellen. So hat der SES vom Jahr der Gründung 1983 bis 2001 über 10.000 Einsätze in 144 Ländern durchgeführt.
Zentralstelle für Arbeitsvermittlung der Bundesanstalt für Arbeit (ZAV)
Der gesetzliche Auftrag der Bundesanstalt für Arbeit umfasst für den Bereich der Arbeitsvermittlung auch die Beziehungen zu Entwicklungsländern.
Daher engagiert sich die ZAV auch unter anderem in dem Bereich der Förderung der beruflichen Wiedereingliederung rückkehrender ausländischer Fachkräfte.
Den Kontakt zu den Schwerpunktländern hält die ZAV über Fachkräftevereinigungen aufrecht. So fördert sie über eine Nichtregierungsorganisation, den WUS (World University Service), die Marokkanische Vereinigung in Deutschland ausgebildeter Fach- und Führungskräfte (MVDAFF). Seit 1995 besteht die Vereinigung mit dem erklärten Ziel, den Dialog der Kulturen zu bereichern.
Im Blickfeld sind hierbei unter anderem
- die Entwicklung und Erleichterung der Beziehungen zwischen Deutschland und Marokko auf den Gebieten der Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft,
- die Durchführung von Projekten,
- die Ermutigung zur Kooperation zwischen marokkanischen und deutschen Unternehmen,
- sowie die Förderung der Kommunikation und des Informationsaustauschs
Die Vereinigung wird gefördert durch den WUS und die ZAV (Zentralstelle für Arbeitsvermittlung).
Betätigungsfelder sieht die Vereinigung in
- der Vermittlung von in Deutschland ausgebildeten Führungskräften an marokkanische Unternehmen,
- der Informationen über Programme der Bundesrepublik Deutschland, die zur Wiedereingliederung in Deutschland ausgebildeter Führungskräfte beitragen
- kulturellen Aktivitäten.